Wie Crave Hot Dogs & BBQ trotz kleinerer Standorte die Speisenqualität sichert
Laut einem Bericht des Branchenportals Fast Casual stellt die US-Kette Crave Hot Dogs & BBQ ihre Expansion neu auf: Gründerin Samantha Rincione setzt auf kleinere Standorte, niedrigere Betriebskosten…

Laut einem Bericht des Branchenportals Fast Casual stellt die US-Kette Crave Hot Dogs & BBQ ihre Expansion neu auf: Gründerin Samantha Rincione setzt auf kleinere Standorte, niedrigere Betriebskosten und einen höheren Anteil an To-go- und Delivery-Verkauf. Damit die Qualität über alle Filialen hinweg gleich bleibt, kommt standardisierte Küchentechnik zum Einsatz – ein Modell, das auch für deutsche Imbiss-Betreiber mit wachsendem Standortnetz interessant wird.
Kleinere Fläche, gleicher Geschmack
Crave wurde 2018 in Charlotte, North Carolina, gegründet und betreibt inzwischen über 25 Standorte. Ursprünglich als reines Hot-Dog-Konzept gestartet, umfasst die Karte heute Smash Burger, Pulled Pork, geräuchertes Brisket sowie Catering-Angebote. In der Vergangenheit hat die Kette mit Food Trucks und Walmart-Express-Locations experimentiert – nun folgt die bewusste Wende zu kompakteren Verkaufsflächen. Das Ziel laut Rincione: Egal ob in Alaska oder New York soll der Gast überall dieselbe Qualität bekommen. Genau diese Konsistenz ist die größte Herausforderung jeder wachsenden Franchise.
Vier Kammern, ein Knopfdruck
In den Küchen arbeiten Öfen vom Typ Alto-Shaam Vector Multi-Cook, gesteuert über die cloudbasierte Plattform ChefLinc. Die Geräte verfügen über vier separate Garkammern, in denen parallel verschiedene Menüpunkte zubereitet werden können. Nach Tests mit unterschiedlichen Speisen und Konfigurationen hat sich Rincione laut einer Unternehmensmitteilung für dieses Setup entschieden. Entscheidend ist die Programmierbarkeit: Kochtemperaturen und Garzeiten werden einmal hinterlegt, anschließend genügt ein Knopfdruck. Das verändert das Training grundlegend – neue Mitarbeiter folgen einem festen Programm statt auswendig gelernter Einstellungen. Weniger Fehlerquellen, gleichmäßigere Ergebnisse, kürzere Einarbeitung.
Was deutsche Imbiss-Betreiber mitnehmen können
Wer in Deutschland eine zweite oder dritte Imbiss-Bude eröffnet – ob in Hamweddel, Hamburg oder Husum – steht vor derselben Frage. Drei Punkte aus dem Crave-Modell lassen sich direkt übertragen:
- Equipment standardisieren, nicht improvisieren. Ein Ofen mit mehreren Garkammern ersetzt drei Einzelgeräte und liefert reproduzierbare Ergebnisse. Beim Nachkauf in Filiale zwei nicht neu experimentieren, sondern das gleiche Modell mit identischen Einstellungen verwenden.
- Garparameter als Rezept speichern. Statt mündlich zu erklären, wie lange ein Smash Patty pro Seite liegen muss, wird der Ablauf einmal programmiert. Das schützt vor Personalfluktuation und vor dem berüchtigten „bei uns schmeckt's aber anders"-Effekt.
- Take-away und Lieferdienst mitdenken. Kleinere Verkaufsflächen lohnen sich nur, wenn der Anteil außer Haus wächst. Verpackungslinie, Online-Bestellung und ein verlässlicher Lieferpartner gehören ins Pflichtenheft, nicht auf die Wunschliste.
Dass die Richtung stimmt, zeigen weitere Bewegungen am Markt: Auch in Europa entstehen neue Smash-Burger-Konzepte wie SoBe Burger, das laut Surrey Live in Kingston on Thames eröffnet und mit doppelten Smash-Patties sowie hausgemachten Saucen wirbt. Auch in den USA wachsen spezialisierte Burger-Restaurants über kleinere, effizientere Formate. Für deutsche Betreiber heißt das: Wer jetzt die zweite Filiale plant, sollte nicht die Quadratmeter, sondern die Wiederholbarkeit optimieren.