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Warum Systemgastronomen scheitern: Wenn Kosten und Konsumdruck das Aus bedeuten

Nach Angaben von Bloomberg Law News reißen die Insolvenzen in der US-Systemgastronomie 2026 ein Rekordniveau: Rund 700 Restaurants haben in diesem Jahr bereits Chapter 11 angemeldet, darunter große…

aktualisiert 03. September 2026

Warum Systemgastronomen scheitern: Wenn Kosten und Konsumdruck das Aus bedeuten

Nach Angaben von Bloomberg Law News reißen die Insolvenzen in der US-Systemgastronomie 2026 ein Rekordniveau: Rund 700 Restaurants haben in diesem Jahr bereits Chapter 11 angemeldet, darunter große Franchisenehmer von Popeyes, Subway, Hardee's und Carl's Jr. Auch wenn die Zahlen aus Amerika stammen – die Mechanik dahinter kennt jede Bude, die zwischen Einkaufspreis, Miete und Lohnkosten rechnen muss.

Wenn die Schere von zwei Seiten zwickt

Bloomberg Law zeichnet ein einheitliches Bild: gestiegene Ausgaben für Ware, Miete und Personal auf der einen, verunsicherte Laufkundschaft auf der anderen. Keri McWilliams, Co-Leiterin des Franchise-Teams bei Nixon Peabody LLP, sagt der Zeitung, dass keine größere QSR-Marke vom Druck verschont bleibe; Verbraucher griffen zunehmend in ihre Ersparnisse und entschieden bewusster, wo sie ihr Geld ausgeben. Die Internationale Franchise-Vereinigung bestätigt im Bericht, dass die gestiegenen Betriebskosten bleiben werden – auch wenn die Profitabilität im Sektor zuletzt ähnlich war.

Vier Stellen, an denen du heute nachrechnen solltest

Auch wenn dein Laden kein Filialnetz ist, knirschen in deiner Kalkulation die gleichen Schrauben:

  • Wareneinsatz: Welche Posten sind im Einkauf überproportional teurer geworden – Patty, Soße, Brötchen, Öl? Pauschal zehn Prozent draufschlagen rechnet sich selten. Einzelne Positionen anschauen.
  • Miete: Trägt der Standort die aktuelle Miete noch, oder arbeitest du in Wahrheit für den Vermieter? In den USA berichten Insolvenzanwälte, dass Vermieter Restaurants zunehmend als Risikomieter einstufen – ein Trend, der auch hier zu denken geben sollte.
  • Personal: Gute Aushilfen sind knapp. Verlässliche Zettel und fairer Umgang sparen Fluktuation und Einarbeitung, und beides kostet mehr, als man auf den ersten Blick sieht.
  • Laufkundschaft: Wenn Stammgäste seltener kommen, ist es selten die Bude nebenan. Häufig ist es schlicht der Geldbeutel der Gäste.

Was du von den Großen lernen kannst

Wer eine Filiale, ein Franchise oder einen zweiten Standort ins Auge fasst, sollte die Bilanzen der Ketten lesen, bevor er den Vertrag unterschreibt. Wendy's-CEO Robert Wright hat laut Bloomberg-Bericht eingeräumt, dass das Unternehmen dieses Jahr 289 Standorte geschlossen und im zweiten Quartal sieben Prozent weniger Umsatz pro Restaurant verbucht hat. Bei Jack in the Box spricht Executive Chairman Mark King offen vom Druck auf die Rentabilität der Franchise-Nehmer und mehreren Quartalen mit rückläufigen Umsätzen. Auch Sailormen Inc., der viertgrößte US-Franchise-Nehmer von Popeyes, hatte vor seiner Insolvenz im Januar rund 2.900 Mitarbeiter in 136 Filialen – fast ausschließlich in Florida. Das sind keine Marketingfloskeln, sondern Eingeständnisse aus den Chefetagen. Sie gehören in jedes Gespräch mit einem möglichen Franchisegeber.

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