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Burger & Lobster: Internationale Expansion als Antwort auf den britischen Marktdruck

Die Londoner Restaurantgruppe Burger & Lobster setzt beim Wachstum künftig stärker auf internationale Märkte, während das Geschäft im Heimatland Großbritannien nach eigener Einschätzung unter angespannten Bedingungen läuft.

aktualisiert 14. September 2026

Burger & Lobster: Internationale Expansion als Antwort auf den britischen Marktdruck

Wie das Branchenportal restaurantonline.co.uk berichtet, hat die Kette unlängst ihren dritten Standort in Malaysia eröffnet, konkret in Penang, und bereitet parallel den Markteintritt in Istanbul vor. Für kleine deutsche Burger- und Imbissbuden ist das mehr als eine ferne Branchenmeldung: Die Strategie zeigt, wie eine bekannte Marke mit Gegenwind umgeht und an welchen Stellschrauben Betreiber zwischen Küste und Binnenland drehen können.

Wo Burger & Lobster jetzt Gas gibt

Die Gruppe, 2011 von vier Londoner Schulfreunden in einer ehemaligen Kneipe in Mayfair gegründet, ist neben Großbritannien bereits in New York, Thailand, den Philippinen und Indonesien vertreten. Weitere Franchise-Gebiete seien in Gespräch, hieß es. Gleichzeitig arbeitet das Unternehmen an einem neuen Konzept, das in den kommenden Monaten vorgestellt werden soll. Im abgelaufenen Geschäftsjahr zum 28. Dezember 2025 stand allerdings ein Verlust von 2 Millionen Pfund in den Büchern, der Umsatz sank leicht von 34,1 auf 33,7 Millionen Pfund.

Was das für die Bude in Hamweddel bedeutet

Der Druck im britischen Heimatmarkt kommt nicht von ungefähr: Kosten für Neueröffnungen und steigende gesetzliche Mindestlöhne haben die Margen spürbar belastet. Genau diese Punkte, nämlich Lohnkosten, Pacht und Eröffnungstempo, entscheiden auch an der Theke zwischen Kiel und Rendsburg, ob ein Burger-Imbiss schwarze Zahlen schreibt. Burger & Lobster setzt im Gegenzug auf zwei Hebel: einen starken Großhandel, der andere Restaurants mit Hummer belieferte und von 1,8 auf 2,6 Millionen Pfund wuchs, sowie eine konsequente Gästebindung mit einer durchschnittlichen Google-Bewertung von 4,86 von 5. Dazu kommen eine mittlere Betriebszugehörigkeit von drei Jahren und acht Monaten und jeder fünfte Mitarbeiter, der intern befördert wurde. Beides sind Schrauben, die auch ein Dorf-Imbiss kennt: Stammgäste pflegen, Ware bündeln und im Großhandel mitkaufen, Personal halten statt ständig neu einarbeiten.

Worauf jetzt zu achten ist

Für Betreiber und Gäste in der Region lohnt der Blick auf drei Dinge. Erstens: Franchise und Expansion, denn wenn eine Kette ihr Netz breiter aufhängt, wandern Konzepte schneller über Grenzen und früher oder später auch nach Deutschland. Zweitens: die Lohnkosten, weil die britische Mindestlohn-Diskussion hierzulande parallel auf die Tarifrunden durchschlägt und gerade kleine Buden mit Mini-Lohngruppe voll trifft. Drittens: Bewertungen und Personalbindung, denn wer bei Google konstant über 4,8 liegt und Mitarbeiter im Schnitt fast vier Jahre hält, betreibt nicht nur Theke, sondern Markenpflege. Das ist die eigentliche Lehre aus London: Wer in harten Zeiten wächst, hat vorher seine Stammkundschaft festgezurrt, seine Ware im Einkauf gesichert und sein Team nicht ausgewechselt. Genau das funktioniert auch an der Dorfstraße.

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