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Pop-up-Gastronomie in Soest: Wie ein leerstehendes Ladenlokal zum Erfolgskonzept wurde

Wie der Soester Anzeiger berichtet, ziehen die Verantwortlichen nach dem Ende der Pop-up-Gastro in einem leerstehenden Ladenlokal an der Marktstraße in Soest eine durchweg positive Bilanz: volle…

aktualisiert 11. September 2026

Pop-up-Gastronomie in Soest: Wie ein leerstehendes Ladenlokal zum Erfolgskonzept wurde

Pommes, Burger, Sauerteigbrot: So erfolgreich war das Gastro-Experiment in der Soester Altstadt

Wie der Soester Anzeiger berichtet, ziehen die Verantwortlichen nach dem Ende der Pop-up-Gastro in einem leerstehenden Ladenlokal an der Marktstraße in Soest eine durchweg positive Bilanz: volle Kassen, zahlreiche Bewerbungen aus einem Umkreis von rund 100 Kilometern und viel positives Feedback. Citymanagerin Isabell Vandycke, „Gastro-Checker" Alexander Martinelli und Makler Michel Wagner hatten das ehemalige Frittenlabor vorübergehend mit Leben gefüllt – zuerst mit Burgern und Pommes, später mit belegten Sauerteigbroten.

So lief das Pop-up-Modell

Statt das Lokal bis zur langfristigen Vermietung ab Mitte September leer stehen zu lassen, bekamen zwei Gastronomen die Chance, jeweils zwei Monate lang ihre Konzepte zu testen. Die Bewerbungsphase übertraf die Erwartungen: Vom klassischen Imbiss über mexikanische und Tex-Mex-Konzepte bis hin zu einer vollständig veganen Küche war alles dabei. „Wir haben gehofft, dass wir etwas bewegen können. Aber dass das Konzept so positiv aufgenommen wird und sich daraus eine solche Geschichte entwickelt, damit haben wir nicht gerechnet", erzählt Vandycke.

Nicht jedes Konzept passte zum Standort. Ein Bierlokal oder eine Cocktailbar schieden aus, „weil es keine Toiletten für Gäste gibt", erklärt die Citymanagerin. Auch ein klassisches Restaurant mit Tischservice wäre in dem kleinen Lokal schwierig gewesen. „Es musste ein Imbiss bleiben", betont Wagner. „Wir wollten von vornherein gern zwei komplett unterschiedliche Konzepte." Die entscheidende Frage war: Was gibt es noch nicht in Soest?

Burger am Abend, Sauerteigbrot am Morgen

Den Zuschlag erhielten Zeeshan „Shan" Tahir mit seinem „Shan's Burgerspot" und anschließend Heidi Schlautmann mit ihrer „Brotzeit". Shan setzte auf Burger und Streetfood bis in die Abendstunden, Heidi auf frisch gebackene Sauerteigbrote am Vormittag. Beide Konzepte trafen offenbar einen Nerv – selbst bei den vermeintlich zurückhaltenden Westfalen: „Die Soester waren vom ersten Tag an aufgeschlossen, interessiert und engagiert", so Vandycke.

Wesentlicher Bestandteil war die frühe Beteiligung der Öffentlichkeit. Über die Social-Media-Kanäle von Martinelli, der mehr als 20.000 Facebook-Follower hat, gingen zahlreiche Vorschläge und Kommentare mit Gastro-Wünschen ein. Dabei entwickelte sich eine kleine Bestandsaufnahme der lokalen Szene: Manche der vorgeschlagenen Konzepte waren in Soest längst vertreten. „Die Leute haben sich dann gegenseitig darauf hingewiesen: Das gibt es doch schon", erzählt Vandycke. „Am meisten freut uns aber, dass die Konzepte von Shan und Heidi so erfolgreich waren", sagt sie. „Genau dafür haben wir das Projekt gemacht."

Was bleibt vom Experiment

Das Modell zeigt, wie sich ein leerstehendes Imbiss-Lokal mit wenig Risiko zwischennutzen lässt, wenn Stadt, Makler und Gastro-Szene an einem Strang ziehen. Für Vermieter und Städte mit ähnlichen Lagen gilt: Klare Standortregeln – kein Alkoholausschank ohne Gäste-WC, kein Tischservice auf kleiner Fläche – und zwei möglichst konträre Konzepte treffen besser als ein weiterer Standard-Imbiss. Und wer in einer vermeintlich skeptischen Kleinstadt starten will, kann sich an Soest orientieren: vorher fragen, statt nur zu eröffnen.

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