Street-Food-Trends aus Saarbrücken: Was Imbiss-Betreiber jetzt für ihre Karte lernen können
Wie die Saarbrücker Zeitung berichtet, holte „Texas Smoke Guerilla BX" den deutschen Publikumspreis und die Auszeichnung für das beste Hauptgericht, europäischer Champion wurde Cegin aus Wales.

Beim „European Street Food Award" im Saarbrücker Bürgerpark hat am Wochenende die europäische Street-Food-Szene ihre Besten gekürt – mit dabei, Burger-Kreationen, japanisch inspiriertes „Chicken Sando" und indische Spezialitäten. Wie die Saarbrücker Zeitung berichtet, holte „Texas Smoke Guerilla BX" den deutschen Publikumspreis und die Auszeichnung für das beste Hauptgericht, europäischer Champion wurde Cegin aus Wales. Für Imbiss-Betreiber hierzulande ist das Finale vor allem ein Blick nach vorn: Welche Trends aus der Szene tauchen in der nächsten Saison an der heimischen Theke auf?
Sushi-Burger und „Chicken Sando": die Asia-Linie
Der auffälligste Trend im Saarbrücker Bürgerpark war der Sushi-Burger. Die „Sushi Brothers" aus Lettland zeigten eine Variante mit knusprigem Garnelen-Käse-Patty, Mango, Avocado und würziger Soße. Der Augsburger „Fried Sushi Burger"-Stand von Nahar Alahmed bot seine Sorten mit Lachs, Hähnchen und einer veganen Variante an. Was bei beiden Konzepten auffällt: das Asia-Brötchen ersetzt das klassische Brioche, Mango bringt Frische, Soße tritt an die Stelle von Ketchup. Allerdings merkt die Zeitung selbst an, der Trend sei im Saarland noch nicht angekommen – was am Festival-Stand funktioniert, muss am Imbiss-Theke nicht ziehen.
Daneben brachte ein norwegisches Team das „Chicken Sando" mit – ein weiches Brötchen nach japanischem Vorbild mit krossem Hähnchen. Das Konzept ist in der Vorbereitung einfacher als ein komponierter Burger und passt als Snack ins Sortiment vieler deutscher Imbisse. Wer eine schlanke Linie zwischen vollwertigem Hauptgericht und klassischem Snack sucht, findet in der Szene bereits eine Vorlage.
Show-Faktor: was am Stand zieht
Veranstalterin Nathalie Harbig, Geschäftsführerin von „Tat & Drang", sagte der Saarbrücker Zeitung: „Dieser Stand heißt ‚Bao Burger' und ist einer meiner Highlights in diesem Jahr." Sie verwies auf den hohen Unterhaltungsfaktor und die Vielfalt des Essens. Schon bei der Eröffnung am Freitag zischten Flammen von einem Grill in die Höhe, ein kleines Kind tanzte im Kunstnebel zu Musik aus der Konserve, Gäste fotografierten eifrig. Harbig selbst sagte über das Festival: „Ich liebe einfach solche Festivals" – und meinte damit die interkulturellen Projekte, in denen viel Herzblut steckt. Auch die Besucher Simke und Tristan schwärmten über den indischen Food Truck: „Das Essen ist richtig gut. Und die Leute sehr nett." Für die Imbiss-Realität heißt das: sichtbares Feuer am Grill, eine kleine Musikanlage, Nebel am Wochenende. Wer am Vorplatz einen offenen Grill zeigt, zieht Blicke an, ohne gleich Werbung schalten zu müssen.
Was bleibt zu prüfen
Wer den Sushi-Burger testen will, sollte zuerst die Haltbarkeit des Asia-Brötchens prüfen: bleibt es unter Hitze knusprig, bis das Patty liegt, oder weicht es vorher durch? Wer den Markt beobachtet, sollte im Auge behalten, dass viele Teams wie Michael und Nida aus Lettland mit ihrem „BBQ Waggon" eine weite Anreise auf sich genommen haben, um in Saarbrücken zu kochen. Auch Teilnehmer aus Island, Polen, Schottland und Wales waren beim Finale dabei. Die Chef-Juroren waren Anne Faber, Luxemburger TV-Köchin und Kochbuchautorin, sowie Sebastian Sandor, Zwei-Sterne-Koch im „Louis" in Saarlouis. Wer einen der beiden Namen bislang nicht auf der Karte hatte, hat jetzt eine Richtung, wo die Trends herkommen.